Die RSK


Die RSK ist anerkanntermaßen das wesentliche Gremium, welches mit seinem Sachverstand den jeweiligen Stand von Wissenschaft und Technik in der Reaktorsicherheit für Deutschland feststellt und den BMU darin berät, inwieweit die Betreiber kerntechnischer Anlagen die Anforderungen an die erforderliche Vorsorge (Schadens- und Risikovorsorge) durch entsprechende technische Einrichtungen, Organisation und Management erfüllen.

Die RSK hat das Selbstverständnis, dass sie nicht nur Aufträge und Anfragen des BMU abarbeitet, sondern auch, wenn sie den Bedarf sieht, eigene Themen zu sicherheitstechnischen Aspekten der Reaktorsicherheit definiert und entsprechende Stellungnahmen dazu erstellt. Dazu gehören insbesondere frühzeitige Hinweise auf sicherheitstechnische Aspekte, die sich aus aktuellen Ereignissen oder absehbaren Entwicklungen ergeben können. Dies betrifft z. B. auch den Know-how-Erhalt und andere Auswirkungen der "Energiewende".

Die RSK-Mitglieder bringen ihren Sachverstand als unabhängige Personen unparteiisch in die Beratungen ein und arbeiten vertrauensvoll miteinander. Das Ziel aller Mitglieder der RSK ist, die bestmögliche Sicherheit für kerntechnische Anlagen mit zu verwirklichen.

Die Arbeit der RSK soll möglichst transparent für alle Beteiligten (Behörden, Betreiber, Hersteller, Gutachter, Politik, Öffentlichkeit) sein. Dies gilt für die Arbeitsprogramme, die Darstellung des Beratungsablaufes und die Veröffentlichung der Ergebnisse. Grenzen der Transparenz sieht die RSK dann, wenn dadurch gegen Vertraulichkeitsanforderungen verstoßen würde oder ein externer unzulässiger Einfluss auf das Beratungsergebnis besorgt werden müsste.



Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) beruft die Mitglieder der Kommission für eine Berufungsperiode von bis zu drei Kalenderjahren. Eine Wiederberufung in unmittelbarer Folge ist möglich.

In der RSK sollen die Fachgebiete vertreten sein, die für die sachverständige Beratung des BMU erforderlich sind. Die Mitglieder müssen die Gewähr für eine sachverständige und objektive Beratung bieten. Um eine ausgewogene Beratung sicherzustellen, soll die RSK so besetzt sein, dass die gesamte Bandbreite der nach dem Stand von Wissenschaft und Technik vertretbaren Anschauungen repräsentiert ist. Die RSK bildet Ausschüsse und Arbeitsgruppen für fachspezifische Fragestellungen.

Das BMU bestellt nach Anhörung der Kommission den Vorsitzenden und dessen Stellvertreter.

Die Mitgliedschaft in der RSK ist ein persönliches Ehrenamt. Die RSK-Mitglieder sind unabhängig und nicht an Weisungen gebunden.

Der RSK gehören folgende Mitglieder an:


Dipl.-Ing. Rudolf Wieland
TÜV NORD Systems GmbH & Co. KG
TÜV NORD SysTec GmbH & Co. KG
Vorsitzender
Dipl.-Phys. Richard Lothar Donderer
Physikerbüro Bremen
Bremen
stellv. Vorsitzender
Dipl.-Math. Brettner
Physikerbüro Bremen
Bremen
 
Dir. und Prof. Dr. Anton Erhard
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
Berlin
 
Dr.-Ing. Erwin Fischer
E.ON Kernkraft
Hannover
 
Dr. Eberhard Grauf
S&E - Grauf
Talheim
 
Dr. Reinhard Kohl
TÜV Süd Industrie Service
München
 
Dipl.-Ing. Hans-Michael Kursawe
TÜV SÜD Energietechnik GmbH
 
Dipl.-Ing. Heinz Liemersdorf
Hürth
 
Dr. Gisbert Pape
Ingenieurbüro Linder und Pape
Schwerte
 
Dr.-Ing. Thomas Riekert
TÜV NORD Sys Tec GmbH & Co KG
Hamburg
 
Dipl.-Ing. Michael Sailer
Öko-Institut e.V. Institut für angewandte Ökologie
Darmstadt
 
Dipl.-Ing. Tom-Oliver Solisch
ESN Sicherheit und Zertifizierung GmbH, Schwentinental
 
Dipl.-Ing. Uwe Stoll
Areva NP
Erlangen
 
Dipl.-Phys. Ulrich Waas
Areva NP
Erlangen
 
Prof. Dr. Frank-Peter Weiß
Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) mbH
 


Die Arbeitsweise der RSK wird durch eine öffentlich bekannt gemachte Satzung (Bundesanzeiger 1999, Seite 201) geregelt und durch eine beim Bundesamt für Strahlenschutz eingerichtete Geschäftsstelle unterstützt.


Beratungsaufträge

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) erteilt der Kommission Beratungsaufträge. Die Kommission kann auch von sich aus Beratungsthemen aufgreifen.
Das BMU kann im Einvernehmen mit dem Vorsitzenden der Kommission einem Ausschuss oder einer Arbeitsgruppe der RSK Beratungsaufträge erteilen, wenn die Angelegenheit allein in das Fachgebiet dieses Ausschusses oder dieser Arbeitsgruppe fällt und ihre Bedeutung keine Beratung in der Kommission erfordert.


Beratungsverfahren

Die Kommission beschließt als Ergebnis ihrer Beratungen technisch-wissenschaftliche Empfehlungen oder Stellungnahmen an das BMU. Sie trifft keine rechtlichen Bewertungen. Empfehlungen oder Stellungnahmen sind nachvollziehbar zu begründen. In der Begründung sind die Untersuchungsgegenstände genau zu bezeichnen, die Erkenntnismittel und Tatsachenfeststellungen auszuweisen und die aus ihnen abgeleiteten Schlussfolgerungen zu belegen.
Die Empfehlungen und Stellungnahmen der Kommission werden den zuständigen Länderbehörden zur Kenntnis gegeben und im Internet der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Das BMU kann sie im Bundesanzeiger veröffentlichen.


Sitzungen

Die Sitzungen der RSK, ihrer Ausschüsse und Arbeitsgruppen sind nicht öffentlich. Vertreter des BMU und der Geschäftsstelle nehmen an allen Sitzungen teil. Vertreter der zuständigen Landesbehörden können an allen Sitzungen teilnehmen. Vertreter der betroffenen Kreise wie z. B. Gutachter, Betreiber, Einwender können an bestimmten Teilen der Beratung der sie betreffenden Themen teilnehmen; die Einzelheiten regelt die Satzung.



Im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) oder auf dessen Verlangen setzt die RSK Ausschüsse für die Beratung von Fachthemen und für die Erstellung entsprechender Empfehlungen und Stellungnahmen ein. Für spezielle Themen, die länger zu beraten sind, können auch Arbeitsgruppen eingerichtet werden. Die Mitglieder der Ausschüsse und Arbeitsgruppen werden auf Vorschlag der RSK vom BMU berufen. Die RSK schlägt ebenfalls die Vorsitzenden der Ausschüsse und Arbeitsgruppen vor. Diese sind in der Regel Mitglieder der RSK.

Um kurzfristig sich ergebende sicherheitstechnische Fragestellungen zu behandeln und vorbereitende Arbeiten zur Erstellung von Stellungnahmen und Empfehlungen durchzuführen, können von der RSK und ihren Ausschüssen kurzzeitig bestehende Ad-hoc-Arbeitsgruppen eingesetzt werden. Die Ad-hoc-Arbeitsgruppen setzen sich aus Mitgliedern der RSK bzw. ihrer Ausschüsse zusammen.

Gegenwärtig bestehen folgende Ausschüsse:


Ausschuss ANLAGEN-UND SYSTEMTECHNIK (AST)
Dipl.-Phys. Donderer (Vorsitzender), Physikerbüro Bremen, Bremen
Dipl.-Phys. Waas, (stellv. Vorsitzender) Areva NP, Erlangen
Herr Prof. Hans- Josef Allelein, RWTH Aachen
Dipl.-Math. Brettner, Physikerbüro Bremen, Bremen
Dipl.-Ing. Erling, ESN, Raisdorf
Dipl.-Ing. Gerding, TÜV NORD EnSys, Hannover
Dipl.-Ing. Huber, TÜV Süd Industrie Service, München
Herr Kliem, Forschungszentrum Rossendorf, Dresden  
Dr. C. Pistner, Öko-Institut, Darmstadt
Dr. Riekert, TÜV NORD Sys Tec GmbH & Co KG, Hamburg
Dr.-Ing. Schwarz, EnBW Kernkraft GmbH (EnKK), Kernkraftwerk Neckarwestheim (GKN), Neckarwestheim
Dr. Sommer, E.ON Kernkraft GmbH, Hannover
Frau Dipl.-Math. Spitzer, TÜV SÜD Energietechnik GmbH Baden-Württemberg
Dr. Stück, GRS mbH
Dipl.-Ing. Trobitz, KRB, Grundremmingen
Prof. Dr. Weiß, GRS mbH

Ausschuss DRUCKFÜHRENDE KOMPONENTEN UND WERKSTOFFE (DKW)
Dir. und Prof. Dr. Erhard (Vorsitzender), Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, Berlin
Dr. Pape (stellv. Vorsitzender), Ingenieurbüro Linder und Pape, Schwerte
Dr. Altstadt, Forschungszentrum Rossendorf, Dresden
Dipl.-Phys. Wolfgang Däuwel, Areva Erlangen
Dipl.-Ing. Detlef Fuchs, E.ON Kernkraft GmbH, Kernkraftwerk Unterweser, Stadland
Dipl.-Ing. Heil, EnBW Kernkraft GmbH, Neckarwestheim
Dipl.-Ing. Wolfgang Hienstorfer, TÜV SÜD Energietechnik GmbH Baden-Württemberg, Filderstadt
Dr. Jendrich, GRS mbH
Frau Dr. Kilian, Areva NP, Erlangen
Dipl.-Ing. Lehne, TÜV Süd Industrie Service, München
Dr. Menzel, TÜV NORD SysTec, Hamburg
Dr. Frank Otremba, Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, Berlin
Dipl.-Ing. Schuler, Staatliche Materialprüfungsanstalt, Universität Stuttgart
Prof. Manfred W. Zehn, TU Berlin

Ausschuss ELEKTRISCHE EINRICHTUNGEN (EE)
Dipl-Ing. Liemersdorf (Vorsitzender), Hürth
Wolfgang Reßing (stellv. Vorsitzender), TÜV NORD Sys Tec GmbH & Co KG, Hamburg
Achim Emil Bellemann, EnBW Kernkraft GmbH
Dipl.-Ing. Bühler, TÜV Süd Industrie Service, München
Dr. Graf, Areva NP, Erlangen
Dr. Lindner, ISTec, Garching
Dipl.-Ing. Röben, KKW Unterweser
Dipl.-Ing Schröder, ESN, Kiel
Oliver Sobott, AREVA NP Gmbh, Offenbach
Dipl.-Ing. Uwe Stoll, Areva Erlangen
Dipl.-Ing. Verstegen, GRS mbH
Prof. Yongjian Ding, FH Magdeburg-Stendal
Dr. Ralf-Michael Zander, Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH, Gundremmingen

Ausschuss REAKTORBETRIEB (RB)
Dr. Grauf (Vorsitzender), S&E-Grauf, Talheim
Dr. Peter Heidemann, (stellv. Vorsitzender), TÜV NORD EnSys Hannover GmbH & Co KG
Dr. Eberhard Hoffmann, Gesellschaft für Simulatorschulung mbH, Essen
Rolf Janke, AREVA NP GmbH, Erlangen
Uwe Jorden, E.ON Kraftwerk GmbH, Kernkraftwerk Brokdorf, Brokdorf
Dr. Kohl, TÜV Süd Industrie Service, München
Dipl.-Ing. Hans-Michael Kursawe
TÜV SÜD Energietechnik GmbH
Dipl.-Ing. Kurth, Öko-Institut, Darmstadt
Heiko Rades, Kernkraftwerk Brunsbüttel GmbH, Brunsbüttel
Dipl.-Ing. Solisch, ESN, Kiel
Dr. Straeter, FH Kassel
Dr. Michael Maqua, GRS mbH


Satzung der Reaktor-Sicherheitskommission

vom 22. Dezember 1998

§ 1

Bildung der Reaktor-Sicherheitskommission

Beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (kurz: Bundesministerium) wird die Reaktor-Sicherheitskommission (RSK) gebildet.

§ 2

Beratungsgegenstand

Die Reaktor-Sicherheitskommission berät das Bundesministerium in den Angelegenheiten der Sicherheit und damit in Zusammenhang stehenden Angelegenheiten der Sicherung von kerntechnischen Anlagen und der Entsorgung radioaktiver Abfälle.

 

§ 3

Zusammensetzung

Die Reaktor-Sicherheitskommission besteht in der Regel aus 12 Mitgliedern. In ihr sollen die Fachgebiete vertreten sein, die für die sachverständige Beratung des Bundesministeriums in den in § 2 genannten Angelegenheiten erforderlich sind. Die Mitglieder müssen die Gewähr für eine sachverständige und objektive Beratung des Bundesministeriums bieten. Um eine ausgewogene Beratung sicherzustellen, soll die Reaktor-Sicherheitskommission so besetzt sein, daß die gesamte Bandbreite der nach dem Stand von Wissenschaft und Technik vertretbaren Anschauungen repräsentiert ist.

 

§ 4

Mitglieder

(1) Die Mitgliedschaft in der Kommission ist ein persönliches Ehrenamt, das keine Vertretung zuläßt. Die Mitglieder der Kommission sind unabhängig und nicht an Weisungen gebunden. Sie respektieren die fachliche Meinung anderer Mitglieder und wahren die Regeln eines wissenschaftlichen Diskurses.

(2) Das Bundesministerium beruft die Mitglieder der Kommission in der Regel für die Dauer von drei Kalenderjahren. Eine Wiederberufung in unmittelbarer Folge soll grundsätzlich nur bis zu einer Gesamtberufungsdauer von sechs Jahren erfolgen, sofern nicht im Einzelfall aus Gründen der Kontinuität eine Verlängerung erforderlich ist.

(3) Das Bundesministerium kann jedes Mitglied aus besonderen Gründen vorzeitig abberufen. Die Gründe sind dem Mitglied und der Kommission mitzuteilen. Die vorzeitige Abberufung darf nicht wegen einer fachlichen Ansicht erfolgen.

(4) Die Mitglieder der Kommission werden vor Aufnahme ihrer Tätigkeit vom Bundes-ministerium auf gewissenhafte und unparteiische Erfüllung ihrer Aufgaben, zur Wahrung der Vertraulichkeit der Sitzungen (§ 14 Abs. 4) sowie zur Verschwiegenheit über Angelegenheiten verpflichtet, die Gegenstand eines atomrechtlichen oder strahlenschutzrechtlichen Genehmigungs- oder Aufsichtsverfahrens sind und die ihnen als Kommissionsmitgliedern zur Kenntnis kommen.

 

§ 5

Vorsitzender und Stellvertreter

Das Bundesministerium bestellt nach Anhörung der Kommission den Vorsitzenden und dessen Stellvertreter in der Regel für die Dauer eines Kalenderjahres. Die Amtszeit des Vorsitzenden soll in unmittelbarer Folge die Dauer von zwei Jahren im Regelfall nicht überschreiten.

 

§ 6

Ausschüsse und Arbeitsgruppen

(1) Im Einvernehmen mit dem Bundesministerium oder auf dessen Verlangen setzt die Kommission für kontinuierlich zu bearbeitende Angelegenheiten Ausschüsse und für einzelne fachspezifische, fachübergreifende oder projektbezogene Angelegenheiten Arbeitsgruppen ein und bestimmt deren Aufträge. Auf Vorschlag der Kommission beruft das Bundesministerium die Mitglieder der Ausschüsse und Arbeitsgruppen und bestellt deren Vorsitzende. Die Vorsitzenden der Ausschüsse müssen Kommissionsmitglieder sein.

(2) Die Regelungen des § 4 Abs. 1, Abs. 2 Satz 1, Abs. 3 und 4, des § 5 Satz 1, des § 10, des § 11 Abs. 5, des § 12 Abs. 3 und 4 sowie der §§ 13 bis 16 gelten entsprechend für die Ausschüsse und Arbeitsgruppen, sofern deren Tätigkeit nicht durch besondere Geschäftsordnungen des Bundesministeriums nach den Grundsätzen dieser Satzung geregelt wird.

 

§ 7

Sachverständige

Die Kommission, ihre Ausschüsse und Arbeitsgruppen können im Einvernehmen mit dem Bundesministerium Sachverständige zu den Beratungen hinzuziehen. Die Sachverständigen sind vom Vorsitzenden zur Wahrung der Vertraulichkeit (§ 14 Abs. 4) über den Inhalt der Sitzung zu verpflichten.

 

§ 8

Geschäftsstelle

Das Bundesministerium richtet beim Bundesamt für Strahlenschutz eine gegenüber diesem fachlich weisungsunabhängige Geschäftsstelle für die Kommission ein. Die Geschäftsstelle unterstützt die Kommission sowie die Ausschüsse und Arbeitsgruppen bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben, insbesondere nach Maßgabe des § 12 Abs. 3 und 4 und des § 15.

 

§ 9

Beratungsaufträge

(1) Das Bundesministerium erteilt der Kommission Beratungsaufträge. Die Kommission kann auch von sich aus Beratungsthemen aufgreifen.

(2) Das Bundesministerium kann im Einvernehmen mit dem Vorsitzenden der Kommission einem Ausschuß oder einer Arbeitsgruppe Beratungsaufträge erteilen, wenn die Angelegenheit allein in das Fachgebiet dieses Ausschusses oder dieser Arbeitsgruppe fällt und ihre Bedeutung keine Beratung in der Kommission erfordert.

 

§ 10

Ausschluß von der Beratung wegen Befangenheit
Anzeigepflichten

(1) Von der Beratungstätigkeit ist das Mitglied der Kommission ausgeschlossen, das

1. selbst Beteiligter in einem Genehmigungs- oder Aufsichtsverfahren ist, das Gegenstand der Beratung ist; einem Beteiligten steht gleich, wer durch seine Tätigkeit oder durch Entscheidungen der Behörde in der zur Beratung anstehenden Angelegenheit einen unmittelbaren Vorteil oder Nachteil haben kann;

2. bei einer natürlichen oder juristischen Person oder Vereinigung, die zu dem Personenkreis der Nummer 1 gehört, gegen Entgelt beschäftigt ist oder bei ihr als Mitglied des Vorstandes, des Aufsichtsrates oder eines gleichartigen Organs tätig ist; dies gilt nicht für den, dessen Anstellungskörperschaft Beteiligte ist;

3. außerhalb seiner Tätigkeit in der Kommission in der Angelegenheit, die in der Kommission beraten wird oder werden soll, für den Antragsteller oder denjenigen, der einer Aufsichtsmaßnahme unterliegt, ein Gutachten abgegeben, diesen beraten hat oder für diesen sonst tätig geworden ist.

(2) Hält sich ein Mitglied der Kommission für befangen oder bestehen Zweifel, ob die Voraussetzungen des Absatzes 1 gegeben sind, so ist dies dem Vorsitzenden mitzuteilen. Der Vorsitzende gibt dem Bundesministerium hiervon Kenntnis. Die Kommission entscheidet über den Ausschluß. Das betroffene Mitglied darf an dieser Entscheidung nicht mitwirken.

(3) Das ausgeschlossene Mitglied darf bei der Beratung und Beschlußfassung nicht zugegen sein; es darf jedoch in der Sitzung angehört werden.

(4) Die Mitglieder der Kommission sind verpflichtet, dem Bundesministerium die in ihrer Eigenschaft als Kommissionsmitglieder geführten Korrespondenzen oder Besprechungen mit Antragstellern oder mit denjenigen, die Aufsichtsmaßnahmen unterliegen, über Angelegenheiten, die Gegenstand von Beratungen der Kommission sind, anzuzeigen.

 

§ 11

Beratungsverfahren

(1) Die Kommission beschließt als Ergebnis ihrer Beratungen naturwissenschaftliche und technische Empfehlungen oder Stellungnahmen an das Bundesministerium. Sie trifft keine rechtlichen Bewertungen. Empfehlungen oder Stellungnahmen sind nachvollziehbar zu begründen. In der Begründung sind die Untersuchungsgegenstände genau zu bezeichnen, die Erkenntnismittel und Tatsachenfeststellungen auszuweisen und die aus ihnen abgeleiteten Schlußfolgerungen zu belegen.

(2) Sieht sich die Kommission nicht in der Lage, eine Empfehlung oder Stellungnahme abzugeben, stellt sie dies durch Beschluß fest und legt ihre Gründe dar.

(3) Die Empfehlungen und Stellungnahmen der Kommission werden mit den Begründungen den Länderbehörden zur Kenntnis gegeben und der Öffentlichkeit auf Anfrage zur Verfügung gestellt. Das Bundesministerium kann sie im Bundesanzeiger veröffentlichen.

(4) Die Ausschüsse und Arbeitsgruppen erarbeiten Vorschläge für Empfehlungen oder Stellungnahmen zur Vorbereitung der Beratungstätigkeit der Kommission. Stellungnahmen eines Ausschusses oder einer Arbeitsgruppe zu Beratungsaufträgen des Bundesministeriums nach § 9 Abs. 2 werden diesem und der Kommission zugeleitet.

(5) Die Kommission darf ohne Zustimmung des Bundesministeriums Dritten keine Stellungnahmen oder Auskünfte geben.

 

§ 12

Vorbereitung der Sitzungen

(1) Die Kommission legt im Einvernehmen mit dem Bundesministerium Ort und Zeit ihrer Sitzungen fest, in der Regel für ein Kalenderjahr im voraus.

(2) Das Bundesministerium, der Vorsitzende oder mindestens ein Drittel der Mitglieder der Kommission können die Einberufung einer außerordentlichen Sitzung verlangen.

(3) Der Vorsitzende beruft die Kommission zur Sitzung ein. Einladungen und vorläufige Tagesordnung werden im Auftrag des Vorsitzenden und im Einvernehmen mit dem Bundesministerium von der Geschäftsstelle aufgestellt und versandt; sie sollen den Sitzungsteilnehmern mindestens zwei Wochen vor der Sitzung vorliegen. Anmeldungen des Bundesministeriums sind aufzunehmen.

(4) Der Vorsitzende kann durch die Geschäftsstelle schriftliche Unterlagen über Beratungsprobleme, Beratungsgrundlagen sowie Beschlußvorlagen und mögliche Beschlußalternativen erarbeiten lassen. Die Beratungsunterlagen sollen den Mitgliedern der Kommission, dem Bundesministerium und, soweit sie betroffen sind, den gemäß § 13 Abs. 2 und 4 Eingeladenen mindestens eine Woche vor der Sitzung vorliegen.

 

§ 13

Teilnahme an Sitzungen

(1) Die Sitzungen der Kommission sind nicht öffentlich.

(2) Auf Veranlassung des Bundesministeriums können Vertreter anderer Bundes- und Landesbehörden zu den Sitzungen eingeladen werden. Sie sind einzuladen, wenn der Beratungsgegenstand ein atomrechtliches Genehmigungs- oder Aufsichtsverfahren ihrer Zuständigkeit betrifft; ihre Vertreter sind auf Verlangen zu hören; sie haben das Recht, an der Beratung der sie betreffenden Gegenstände teilzunehmen.

(3) Die in Genehmigungs- oder Aufsichtsverfahren zugezogenen Sachverständigen sowie sachverständige Vertreter der Antragsteller und Einwender sowie der an Aufsichtsverfahren Beteiligten können vom Vorsitzenden der Kommission im Einvernehmen mit dem Bundesministerium zu den Sitzungen eingeladen werden, sofern sie sich verpflichten, die Vertraulichkeit der Beratungen zu wahren. Sie sind auf Verlangen des Bundesministeriums oder der zuständigen Behörde zu hören. Sie haben das Recht, an der Beratung der sie betreffenden Gegenstände teilzunehmen.

(4) Die von der Kommission hinzugezogenen Sachverständigen (§ 7) nehmen an den Tagesordnungspunkten der Sitzung teil, zu denen sie gehört werden sollen.

(5) Vertreter des Bundesministeriums und der Geschäftsstelle nehmen an den gesamten Sitzungen teil.

(6) Bei der Beschlußfassung über die Abgabe einer Empfehlung oder Stellungnahme können außer den Kommissionsmitgliedern in der Regel nur die Vertreter des Bundesministeriums und der Geschäftsstelle anwesend sein.

 

§ 14

Durchführung der Sitzungen der Kommission

(1) Der Vorsitzende leitet die Sitzungen.

(2) Die Kommission legt zu Beginn jeder Sitzung im Einvernehmen mit dem Bundesministerium die endgültige Tagesordnung fest.

(3) Das Ergebnisprotokoll der vorangegangenen Sitzung ist von der Kommission zu verabschieden.

(4) Die Sitzungen der Kommission sind vertraulich. Die Sitzungsteilnehmer dürfen Dritten keine Auskünfte über Ausführungen einzelner Mitglieder, über Abstimmungen und über den Inhalt des Ergebnisprotokolls geben.

 

§ 15

Ergebnisprotokoll
Aufzeichnung des Sitzungsverlaufs

(1) Die Geschäftsstelle fertigt im Einvernehmen mit dem jeweiligen Vorsitzenden ein Ergebnisprotokoll über jede Sitzung an. Das Ergebnisprotokoll enthält:

1. eine Bezeichnung der Gegenstände der Beratung,

2. den Wortlaut der Beschlüsse (Empfehlungen und Stellungnahmen) und gegebenenfalls deren Begründung mit den eventuellen Minderheitsvoten gemäß § 16 Abs. 3,

3. eine Liste der den Beratungen und der Beschlußfassung zugrunde liegenden schriftlichen Unterlagen,

4. die wesentlichen mündlichen Informationen, soweit sie für die Beschlußfassung von Bedeutung waren,

5. eine Liste der Sitzungsteilnehmer,

6. die Feststellung der Abstimmungsergebnisse in einer Anlage.

(2) Zur Erleichterung der Erstellung eines Ergebnisprotokolls zeichnet die Geschäftsstelle den Sitzungsverlauf auf Tonträgern auf; sie gewährt den Mitgliedern der Kommission und den Vertretern des Bundesministeriums die Möglichkeit, die Aufzeichnungen anzuhören. Spätestens nach einem Jahr sind die Aufzeichnungen zu löschen.

(3) Das Ergebnisprotokoll ist vom Vorsitzenden der Kommission und von einem Beauftragten der Geschäftsstelle zu unterzeichnen.

(4) Die Geschäftsstelle übersendet das Ergebnisprotokoll und die Anlagen über die Feststellung der Abstimmungsergebnisse den Mitgliedern der Kommission und dem Bundesministerium. Auf Verlangen des Bundesministeriums wird weiteren Behörden das Ergebnisprotokoll zu den Tagesordnungspunkten übersandt, zu denen sie zu den Sitzungen eingeladen waren. Diese Behörden können die Auszüge nach Verabschiedung des Ergebnisprotokolls durch die Kommission (§ 14 Abs. 3) an von ihnen zugezogene Sachverständige oder an Antragsteller und Einwender sowie an Beteiligte eines Aufsichtsverfahrens weitergeben, soweit diese durch Beratungsergebnisse betroffen sind.

 

§ 16

Beschlußfassung

(1) Die Kommission faßt ihre Beschlüsse mit der Mehrheit der Stimmen der berufenen Mitglieder. In Ausnahmefällen kann ein Beschluß darüber hinaus auch im Umlaufverfahren herbeigeführt werden; widerspricht ein Mitglied ausdrücklich diesem Verfahren, so gilt dieses als gescheitert. Die Kommission hat dann auf ihrer nächsten Sitzung Beschluß zu fassen.

(2) Für Empfehlungen zum Standort oder zur Konzeption einer kerntechnischen Anlage sowie zur Inbetriebnahme ist eine Mehrheit der Stimmen von mindestens zwei Drittel der berufenen Mitglieder erforderlich.

(3) Alle Mitglieder haben gleiches Stimmrecht und tragen gemeinsam die Verantwortung für die Beschlüsse der Kommission. Überstimmte Mitglieder können von dem Recht Gebrauch machen, daß ihre abweichende Meinung im Ergebnisprotokoll oder bei der Veröffentlichung von Empfehlungen und Stellungnahmen zum Ausdruck gebracht wird.

 

§ 17

Jahresbericht

Der Vorsitzende erstellt jährlich zum 31. März einen schriftlichen Tätigkeitsbericht der Kommission über das vergangene Kalenderjahr. Hierbei wird er von der Geschäftsstelle unterstützt. Der Tätigkeitsbericht ist durch die Kommission zu beschließen. Der beschlossene Tätigkeitsbericht wird der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

 

§ 18

Vergütung der Tätigkeit in der Kommission

(1) Das Bundesministerium setzt die Vergütung der Tätigkeit der Mitglieder der Kommission, der Ausschüsse und der Arbeitsgruppen sowie der zugezogenen Sachverständigen im Benehmen mit der Kommission fest.

(2) Die Vergütung umfaßt ein Fachhonorar, eine Reisekostenvergütung und eine Sitzungsvergütung. Aufwendungen in besonderen Fällen können ersetzt werden.

 

§ 19

Inkrafttreten

Diese Satzung tritt am 22. Dezember 1998 in Kraft. Sie ersetzt die Satzung der Reaktor-Sicherheitskommission und der Strahlenschutzkommission in der Fassung vom 29. Januar 1990 (BAnz. S. 891).


Satzung der RSK als pdf-Datei.



Beratungsthemen werden in der Regel mit Empfehlungen oder Stellungnahmen abgeschlossen, die dann unter Stellungnahmen/Empfehlungen/Berichte auf dieser Homepage veröffentlicht werden. In der nachfolgenden Liste sind wichtige Beratungsthemen der RSK und ihrer Ausschüsse aufgeführt, diese Liste wird in unregelmäßigen Abständen aktualisiert. In der RSK und Ihren Ausschüssen werden darüber hinaus weitere Themen beraten.



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